Anonim
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Die Auswirkungen von RoHS auf die Lieferkette reichen weit über die einfache Frage der Bleifreiheit von Geräten hinaus. Es umfasst eine transparente Informationspolitik auf einer viel höheren Ebene als zuvor.

Einige vergleichen die in den EU-Richtlinien zu WEEE und RoHS enthaltenen Probleme mit dem Y2K-Problem in der Computerindustrie und hoffen insgeheim, dass die Auswirkungen genauso harmlos sind wie für Y2K.

RoHS ist jedoch kein virtuelles Problem, sondern ein sehr reales, das niemand in der Elektroniklieferkette vermeiden kann. Es läuft auf vier entscheidende Punkte hinaus:

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* Gerätehersteller investieren Millionen von Euro, um rechtzeitig auf Produktionsprozesse umzustellen, bei denen gefährliche Substanzen wie Blei ausgeschlossen sind.

* Sie verlangen, dass Komponenten ohne diese Substanzen rechtzeitig so genau wie möglich mit ihrem jeweiligen Umstellungsdatum übereinstimmen.

* Sie benötigen ausreichende Informationen zur Herstellbarkeit von Bauteilen nach den neuen Kriterien und;

* Der Nachweis der Einhaltung der RoHS-Richtlinie oder der entsprechenden nationalen Bestimmungen ist erforderlich.

Obwohl die Gerätehersteller gesetzlich für die Einhaltung der RoHS-Bestimmungen verantwortlich sind, wird die Verantwortung auf die gesamte Lieferkette übertragen.

Der erste Punkt wird seit über einem Jahr ausführlich besprochen. In der öffentlichen Diskussion wurden jedoch die Punkte zwei und drei vernachlässigt.

Zugegebenermaßen war die Reaktion der Komponentenindustrie, die mit RoHS und seinen Konsequenzen konfrontiert war, äußerst unkoordiniert, sowohl was die Komponentenumstellung bei der Bereitstellung der erforderlichen Informationen anbelangt. Der letzte Punkt kann tatsächlich zu Konflikten darüber führen, wer die endgültige Haftung trägt.

Es sollte beachtet werden, dass keiner dieser Punkte auf eine bestimmte Weise, Form oder einen bestimmten Zeitplan kommt, was bedeutet, dass Pläne und Strategien nicht übereinstimmen. Während sich große OEMs und Hersteller von Großkomponenten immer auf individuelle Lösungen einigen können, gilt dies nicht für den sogenannten Massenmarkt oder Vertrieb.

Ein Distributor wie EBV Elektronik vertritt 18 Chiphersteller mit 45.000 aktiven Teilen in seinen Systemen und über 13.000 Kunden in Europa.

Jeder hat unterschiedliche Pläne, sei es mit Umstellungsdatum, Bauteilidentifikation, dem genauen Informationsbedarf oder der Sicherstellung der Konformität.

Um mit dieser Vielfalt fertig zu werden, musste EBV: Produkte sowohl im System als auch im Lager eindeutig identifizieren; direkt und sorgfältig mit Kunden kommunizieren; und den Kunden so viel Unterstützung wie möglich bei der Informationsbeschaffung bieten.

Die europäische Elektronikindustrie befindet sich zweifellos in der größten Umstellungsphase ihrer Geschichte.