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Analyse: Europäisches 3G in Flaute Richard Wilson
Der europäische Mobilfunkmarkt leistet bei der Einführung von Mobiltelefonsystemen der 3. Generation (3G) keine sehr gute Arbeit. So sagen japanische Unternehmen und wer kann ihnen die Schuld geben?
Verzögerte Markteinführungen, Zweifel an der technischen Leistung und ein starker Fokus auf die sogenannte GPRS-Mobilfunktechnologie (Intermediate GSM) sind Beispiele für die Verwirrung, die die europäischen Pläne für 3G verfolgen.
Infolgedessen wird berichtet, dass ein Geräte- und Halbleiterhersteller, Toshiba, die Aussichten für den europäischen 3G-Markt pessimistisch genug einschätzt, dass er den größten Teil seiner Bemühungen auf die Entwicklung von Technologie für den japanischen Markt konzentriert.
Es ist zu hoffen, dass andere Unternehmen etwas Ähnliches nicht tun.
Die europäischen Mobilfunkbetreiber sind der Schlüssel zum künftigen Erfolg von 3G und damit zur zugrunde liegenden Mobilfunktechnologie.
Die Betreiber scheinen keine klare Vorstellung davon zu haben, wie die nächste Generation von Hochgeschwindigkeits-Mobiltelefonen vermarktet wird. Dies hat zur Folge, dass es für 3G noch keinen Business Case aus Gusseisen zu geben scheint. Dies ist erforderlich, um die nicht unerheblichen Investitionen zu rechtfertigen, die für die Aufrüstung der Basisstationen und der mobilen Infrastruktur erforderlich sind.
Und wenn europäische Mobilfunkbetreiber von 3G-Diensten weniger begeistert sind als ihre Kollegen in Japan, dann ist einer der Hauptgründe das Fehlen eines klaren Geschäftsmodells für 3G-Dienste.
Die Unsicherheiten in Bezug auf das 3G-Netz in Europa wurden sicherlich durch die derzeitige allgemeine Besorgnis über die Weltwirtschaft noch verstärkt. Die konjunkturelle Abkühlung wird den 3G-Rollout treffen, ist aber nur ein erschwerender Faktor. Die eigentliche Ursache, das Fehlen einer Vision für 3G, war die Besorgnis in der Branche, bevor die Auswirkungen der diesjährigen Abschwächung spürbar wurden.
Diese Nervosität war allzu offensichtlich, als die Europäische Kommission in der vergangenen Woche gefordert hatte, die 3G-Mobilfunktechnologie besser zu testen.